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KLARTEXT Mentoring-System

Für Eltern

Alles was Sie über die Schulbegleitung Ihres Kindes wissen müssen — klar erklärt, mit praktischen Tipps für zuhause.

In einfacher Sprache
Ihr Kind bekommt Hilfe in der Schule. Diese Hilfe heißt INGRA. Auf dieser Seite erklären wir Ihnen: Was macht INGRA? Wie können Sie zuhause helfen? Was sind Ihre Rechte?
6 Kapitel
Einfache Sprache
Tipps für zuhause
Druckbar
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Was ist INGRA?
Rolle · Aufgaben · Was INGRA nicht ist
In einfacher Sprache
INGRA ist eine Person die Ihr Kind in der Schule begleitet. INGRA hilft Ihrem Kind wenn es schwierig wird. INGRA ist kein Lehrer. INGRA unterrichtet nicht. INGRA ist eine Begleitung.

Was INGRA in der Schule macht

INGRA — die Schulbegleitperson — ist speziell für Ihr Kind da. Die Begleitung wird vom Kostenträger (Jugendamt oder Sozialamt) bewilligt und erfolgt auf Grundlage des Hilfeplans. INGRA ist den ganzen Schultag oder in Teilen davon bei Ihrem Kind.

  • INGRA begleitet Ihr Kind im Schulalltag
  • INGRA hilft bei der Regulation wenn es emotional schwierig wird
  • INGRA beobachtet und dokumentiert was passiert
  • INGRA arbeitet eng mit der Lehrkraft und der Teamkoordination zusammen
  • INGRA schützt Ihr Kind in Krisenmomenten

Was INGRA nicht macht — und warum das wichtig ist

Die klare Rollenabgrenzung schützt Ihr Kind, INGRA und Sie als Familie. INGRA ist keine Therapeutin, keine Lehrerin und kein Elternersatz.

  • INGRA unterrichtet nicht — das ist die Aufgabe der Lehrkraft
  • INGRA macht keine Hausbesuche — außer es ist ausdrücklich im Hilfeplan festgelegt
  • INGRA gibt keine Therapie — bei therapeutischem Bedarf gibt es Fachpersonen dafür
  • INGRA trifft keine eigenständigen Entscheidungen über Förderung oder Schulorganisation
  • INGRA ist außerhalb der Schulzeit nicht erreichbar — das ist Ihr Schutz und der von INGRA
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Guter erster Schritt: Sprechen Sie mit INGRA über die Aufgaben und Ziele. Fragen Sie: "Was sind Ihre Schwerpunkte bei meinem Kind?" Ein guter Start für die Zusammenarbeit ist ein kurzes Kennenlern-Gespräch — gerne mit der Teamkoordination dabei.
→ Karte EL-01 · Was ist INGRA?
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Das Barometer — für zuhause
Den inneren Zustand sichtbar machen · 5 Farben
In einfacher Sprache
Das Barometer zeigt wie es Ihrem Kind gerade geht. Es gibt 5 Farben. Grün heißt: alles gut. Gelb heißt: ein bisschen schwierig. Orange heißt: es braucht Hilfe. Rot heißt: Notfall. Grau heißt: sehr erschöpft. Sie können das Barometer auch zuhause nutzen.

Die fünf Barometer-Farben

Das Barometer ist das zentrale Werkzeug von KLARTEXT. Es zeigt den inneren Zustand Ihres Kindes — ohne Worte. Kinder die keine Worte für ihre Gefühle haben, können einfach auf eine Farbe zeigen.

Grün — alles gut, bereit zum Lernen
Gelb — leicht angespannt, kleine Hilfe nötig
Orange — deutlich angespannt, Pause nötig
Rot — Krise, braucht sofort Hilfe
Grau — erschöpft, leer, braucht Ruhe

Das Barometer zuhause nutzen

Sie können das Barometer auch zuhause einführen — als gemeinsame Sprache zwischen Ihnen und Ihrem Kind. Das erleichtert die Kommunikation und gibt Ihrem Kind ein Werkzeug das es auch in der Schule kennt.

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Barometer ausdrucken und sichtbar aufhängen — z.B. am Kühlschrank
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Täglich fragen: "Welche Farbe bist du gerade?" — ohne Druck, ohne Bewertung
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Auf die Farbe reagieren — bei Grün normal weiter, bei Orange oder Rot: Ruhe und Nähe, keine Forderungen
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Abends fragen: "Mit welcher Farbe gehst du ins Bett?" — das hilft beim Einschlafen
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Wenn Ihr Kind Rot oder Grau zeigt: Keine Anforderungen, keine Diskussionen, kein Nachfragen warum. Einfach da sein, ruhige Stimme, körperliche Nähe anbieten wenn das Kind das möchte. Gespräche kommen später — wenn die Farbe wieder Gelb oder Grün ist.
→ Karte EL-02 · Das Barometer für zuhause
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Übergänge begleiten
Morgens · Abends · Schulwechsel · Ferien
In einfacher Sprache
Übergänge sind schwierig für viele Kinder. Ein Übergang ist: von zuhause in die Schule. Oder: von der Schule nach hause. Oder: nach den Ferien wieder in die Schule. Diese Wechsel kosten Kraft. Mit Ritualen wird es leichter.

Warum Übergänge so herausfordernd sind

Für Kinder mit besonderem Förderbedarf sind Wechsel zwischen verschiedenen Situationen oft besonders anspruchsvoll. Das Gehirn braucht Zeit sich umzustellen — von sicher zu unbekannt, von zuhause zu Schule, von Ferien zu Alltag. Diese Wechsel kosten viel Energie.

Was hilft: Vorhersehbarkeit und Rituale. Wenn ein Kind weiß was als nächstes kommt, muss es die Energie nicht für Unsicherheit aufwenden.

Morgens — der Start in den Tag

  • Immer gleiche Reihenfolge beim Aufstehen, Frühstück, Anziehen
  • Genug Zeit — Stress am Morgen setzt den ganzen Tag unter Druck
  • Kurze Ankündigung bevor es losgeht: "In 10 Minuten gehen wir"
  • Barometer-Check beim Frühstück — wie startet Ihr Kind in den Tag?
  • Kein großes Gespräch am Morgen — kurz, klar, positiv
  • Abschiedsritual — immer gleich: Kuss, Faustvuppe, Wort

Abends — ankommen und loslassen

  • Ankommen lassen — erst 15-20 Minuten Ruhe, dann Gespräch
  • Nicht sofort fragen "Wie war die Schule?" — das setzt Druck
  • Besser: "Was war heute dein bester Moment?" oder einfach gemeinsam sein
  • Barometer-Check: Mit welcher Farbe kommt Ihr Kind heim?
  • Abendritual — immer gleich, gibt Sicherheit

Schulwechsel und lange Ferien

Große Übergänge wie Schulwechsel oder Ferienstart brauchen besondere Vorbereitung. Sprechen Sie frühzeitig mit INGRA und der Teamkoordination — gemeinsame Planung macht den Wechsel leichter.

  • Schulwechsel lange vorher ankündigen und visualisieren
  • Neue Schule vorher besuchen wenn möglich
  • Nach den Ferien: ersten Schultag besonders vorbereiten
  • INGRA informiert euch was das Kind in der Schule erwartet
💡
Tipp: Sprechen Sie mit INGRA was morgens in der Schule das erste Ritual ist. Wenn das Abschiedsritual zuhause und das Ankommen-Ritual in der Schule zusammenpassen, wird der Übergang viel leichter.
→ Karte EL-03 · Übergänge begleiten
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Im Notfall — wer, was, wann
Kontakte · Ablauf · Zuständigkeiten
In einfacher Sprache
Wenn etwas Schlimmes passiert: Rufen Sie die Schule an. Oder die Teamkoordination. Hier auf dieser Seite können Sie Ihre Notfallkontakte eintragen. Dann haben Sie alles an einem Ort.

Wer ist wofür zuständig?

Im Schulbegleitungssystem gibt es klare Zuständigkeiten. Es ist wichtig dass Sie wissen wen Sie wann anrufen.

  • Bei Krankheit Ihres Kindes: Schule anrufen + INGRA oder TK informieren
  • Bei schulischen Problemen: Zuerst Lehrkraft, dann TK
  • Bei Problemen mit der Begleitung: Teamkoordination (TK)
  • Bei akuter Krise in der Schule: Schule ruft Sie an — nicht umgekehrt
  • Bei Kindeswohlgefährdung: Jugendamt · Notruf 110 oder 112

Ihre persönlichen Notfallkontakte

Tragen Sie hier Ihre wichtigsten Kontakte ein — dann haben Sie alles auf einen Blick. Sie können diese Seite ausdrucken.

INGRA
Name der Schulbegleitung
Teamkoordination (TK)
Ihre Ansprechperson
Schule
Sekretariat / Lehrkraft
Kostenträger
Jugendamt / Sozialamt
⚠️
Wichtig: INGRA ist außerhalb der Schulzeit nicht erreichbar — das ist bewusst so. Bei Notfällen außerhalb der Schulzeit: Hausarzt, Kinder- und Jugendpsychiatrischer Notfalldienst, oder bei akuter Gefahr Notruf 112.
→ Karte EL-04 · Notfallkontakte & Ablauf
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Meine Rechte als Elternteil
Hilfeplan · Mitsprache · Datenschutz · Kostenträger
In einfacher Sprache
Sie haben Rechte. Sie dürfen fragen. Sie dürfen mitreden. Der Hilfeplan gehört auch Ihnen. Sie dürfen jederzeit um ein Gespräch bitten. Niemand darf Ihnen etwas über Ihr Kind verheimlichen.

Der Hilfeplan — Ihr zentrales Dokument

Der Hilfeplan ist die rechtliche Grundlage für die Schulbegleitung Ihres Kindes. Er wird gemeinsam mit Ihnen, Ihrem Kind (wenn möglich), der Schule und dem Kostenträger erstellt.

  • Sie haben das Recht auf Einsicht in den Hilfeplan
  • Sie haben das Recht auf Mitsprache bei der Planung
  • Der Hilfeplan wird regelmäßig überprüft — mindestens einmal im Jahr
  • Sie können jederzeit ein Hilfeplangespräch beantragen
  • Wenn Sie mit dem Hilfeplan nicht einverstanden sind: Sie müssen nicht unterschreiben

Ihre Rechte im Überblick

Informationsrecht: Sie haben das Recht regelmäßig informiert zu werden wie es Ihrem Kind geht
Mitspracherecht: Ihre Wünsche und Beobachtungen zählen — bringen Sie sie ein
Beschwederecht: Wenn Sie unzufrieden sind, können Sie sich an die TK, den Träger oder den Kostenträger wenden
Datenschutzrecht: Alle Informationen über Ihr Kind sind geschützt — niemand darf sie ohne Ihre Einwilligung weitergeben
Recht auf Verlängerung: Die Schulbegleitung kann verlängert werden wenn weiterhin Bedarf besteht — beantragen Sie das rechtzeitig

Gut vorbereitet zum Hilfeplangespräch

Hilfeplangespräche können einschüchternd wirken wenn viele Fachleute am Tisch sitzen. Diese Vorbereitung hilft:

  • Notieren Sie vorher: Was läuft gut? Was ist schwierig?
  • Was wünschen Sie sich für Ihr Kind — konkret?
  • Gibt es Beobachtungen von zuhause die wichtig sind?
  • Nehmen Sie sich das Recht heraus nachzufragen wenn Sie etwas nicht verstehen
  • Sie dürfen eine Vertrauensperson mitbringen
💡
Wichtige Frist: Beantragen Sie die Verlängerung der Schulbegleitung mindestens 6-8 Wochen vor Ablauf. Sprechen Sie die TK früh an — Behördenprozesse brauchen Zeit.
→ Karte EL-05 · Meine Rechte als Elternteil
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Tipps für zuhause
Konkrete Alltagshilfen · Routinen · Kommunikation
In einfacher Sprache
Was in der Schule hilft, hilft oft auch zuhause. Struktur und Rituale sind wichtig. Klare Regeln helfen. Lob für kleine Dinge ist wichtig. Pausen sind erlaubt. Und: Auch Sie dürfen Hilfe annehmen.

Struktur und Vorhersehbarkeit

Kinder mit besonderem Förderbedarf brauchen Struktur nicht weil sie weniger intelligent sind — sondern weil ihr Nervensystem Vorhersehbarkeit als Sicherheit erlebt. Struktur reduziert Angst und gibt Energie frei für Lernen und Spielen.

  • Tagesplan: Immer ähnliche Abläufe — morgens, mittags, abends
  • Bildkarten für den Ablauf — was kommt nach dem Mittagessen?
  • Änderungen ankündigen — "Heute machen wir ausnahmsweise ..."
  • Wenige klare Regeln — lieber drei die gelten als zehn die niemand kennt
  • Konsequent und liebevoll — Konsequenz ist Fürsorge

Kommunikation die hilft

  • Kurze Sätze: "Bitte Jacke an" statt "Wie oft soll ich noch sagen dass du..."
  • Konkret: "Bitte räume die Schuhe in das Regal" statt "Sei ordentlich"
  • Vorher warnen: "In 5 Minuten ist Schluss mit Spielen"
  • Lob sofort: Was gut war, benennen — konkret und ehrlich
  • Keine Ironie: Viele Kinder verstehen Ironie wörtlich — besser direkt sprechen
  • Ruhige Stimme: Lautstärke erhöht Stress — Ihre Ruhe überträgt sich

Hausaufgaben — wenn es schwierig wird

  • Feste Zeit — immer zur selben Zeit, nach einer Pause
  • Ruhiger Platz — kein Fernseher, kein Handy in der Nähe
  • Kleine Einheiten: 15 Minuten arbeiten, 5 Minuten Pause
  • Nicht überhelfen — bei Frust kurz Pause, dann weiter versuchen
  • Wenn es gar nicht geht: Abbrechen und INGRA oder Lehrkraft informieren
  • Wichtig: Hausaufgaben sind nicht das Wichtigste des Abends

Selbstfürsorge für Sie als Elternteil

Sie können Ihr Kind nur gut begleiten wenn es Ihnen selbst gut geht. Das ist kein Luxus — das ist Voraussetzung. Eltern von Kindern mit besonderem Förderbedarf tragen besonders viel. Das darf anerkannt werden.

  • Holen Sie sich Unterstützung — Sie müssen das nicht alleine tragen
  • Eltern-Beratung — die Teamkoordination kann Anlaufstellen empfehlen
  • Austausch mit anderen Eltern — Sie sind nicht allein
  • Eigene Auszeiten — ohne Schuldgefühle
  • Fehler dürfen passieren — kein Elternteil ist perfekt
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Der wichtigste Tipp: Sprechen Sie offen mit INGRA und der Teamkoordination. Was zuhause schwierig ist, kann in der Schule aufgegriffen werden — und umgekehrt. Je besser die Informationen fließen, desto besser geht es Ihrem Kind.
→ Karte EL-06 · Tipps für zuhause
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Sie sind nicht allein
Das KLARTEXT-System ist dafür da, Ihnen und Ihrem Kind den Schulalltag zu erleichtern. Jede Frage ist erlaubt. Jede Sorge darf geäußert werden. Wir sind ein Team.
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