Der No-Blame-Approach ist eine evidenzbasierte Methode bei der nicht bestraft, sondern Verantwortung aktiviert wird. Das klingt kontraintuitiv — und funktioniert nachweislich.
Was ist der No-Blame-Approach?
Die Methode wurde von Barbara Maines und George Robinson entwickelt. Grundidee: Nicht die Täter bestrafen — sondern alle Beteiligten in die Verantwortung nehmen, dem Opfer zu helfen. Strafe erzeugt Widerstand, Verantwortung erzeugt Veränderung.
Die 7 Schritte der Methode
1
Gespräch mit dem Opfer — wie fühlt es sich? Was wünscht es sich?
2
Gruppe zusammenstellen — Täter, Mitläufer, Zuschauer, mögliche Unterstützer
3
Situation beschreiben — wie es dem Opfer geht, ohne Anklage
4
Verantwortung ansprechen — "Ihr könnt helfen das zu ändern"
5
Ideen sammeln — was wird jeder konkret tun?
6
Gruppe in die Pflicht nehmen — jeder berichtet nach einer Woche
7
Nachgespräch — hat sich etwas verändert?
Wichtig für INGRA
No-Blame wird von geschulten Lehrkräften oder Schulpsychologinnen durchgeführt — nicht von INGRA. INGRA kann aber die Situation vorbereiten und nachbegleiten.
Maines, B. & Robinson, G. (1992). The No-Blame Approach. Lucky Duck Publishing.
Brainy erinnert: Verantwortung aktivieren ist wirksamer als Strafe verhängen.