Verstehen · Stabilisieren · Nicht retraumatisieren — traumasensibles Unterrichten.
Was ist Trauma — in einem SatzTrauma ist eine überwältigende Erfahrung, die das Nervensystem dauerhaft in Alarmbereitschaft versetzt — auch wenn die Gefahr längst vorbei ist. Das Kind reagiert nicht auf die Gegenwart, sondern auf eine gespeicherte Bedrohung.
Mögliche Signale im Unterricht
- Starke Reaktionen auf scheinbar kleine Auslöser (Lärm, Berührung, Stimme)
- Einfrieren, Dissoziieren — Kind „weg" ohne Ohnmacht
- Explosives Verhalten das schnell vorbei ist — danach keine Erinnerung
- Extreme Kontrolle oder extreme Unterwerfung
- Schwierigkeiten mit Zeitgefühl, Vergangenheit/Gegenwart verwechseln
Was hilft — traumasensibles Unterrichten
- Vorhersehbarkeit — gleiche Abläufe, klare Ankündigungen, keine Überraschungen
- Wahlmöglichkeiten geben — Kontrolle zurückgeben: „Möchtest du sitzen oder stehen?"
- Ruhige Stimme und Körpersprache — ich bin der Anker
- Rückzugsort ermöglichen — ohne Strafe, ohne Erklärung verlangen
- Beziehung — ein verlässlicher Erwachsener ist therapeutischer als jede Methode
Was ich vermeiden sollte
- Öffentliche Bloßstellung — Scham verstärkt Trauma
- „Reiß dich zusammen" — das Kind kann es gerade buchstäblich nicht
- Nach Details des Traumas fragen — das ist Aufgabe von Therapeuten
- Unerwartete körperliche Berührung — immer ankündigen
Im KLARTEXT-SystemM2-05 Trauma-Basics · M2-30 Bindungsstörungen · M2-31 Bindungstrauma Pflegekinder