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Karte 12

Trauma erkennen und damit umgehen

Verstehen · Stabilisieren · Nicht retraumatisieren — traumasensibles Unterrichten.
Was ist Trauma — in einem SatzTrauma ist eine überwältigende Erfahrung, die das Nervensystem dauerhaft in Alarmbereitschaft versetzt — auch wenn die Gefahr längst vorbei ist. Das Kind reagiert nicht auf die Gegenwart, sondern auf eine gespeicherte Bedrohung.
Mögliche Signale im Unterricht
  • Starke Reaktionen auf scheinbar kleine Auslöser (Lärm, Berührung, Stimme)
  • Einfrieren, Dissoziieren — Kind „weg" ohne Ohnmacht
  • Explosives Verhalten das schnell vorbei ist — danach keine Erinnerung
  • Extreme Kontrolle oder extreme Unterwerfung
  • Schwierigkeiten mit Zeitgefühl, Vergangenheit/Gegenwart verwechseln
Was hilft — traumasensibles Unterrichten
  • Vorhersehbarkeit — gleiche Abläufe, klare Ankündigungen, keine Überraschungen
  • Wahlmöglichkeiten geben — Kontrolle zurückgeben: „Möchtest du sitzen oder stehen?"
  • Ruhige Stimme und Körpersprache — ich bin der Anker
  • Rückzugsort ermöglichen — ohne Strafe, ohne Erklärung verlangen
  • Beziehung — ein verlässlicher Erwachsener ist therapeutischer als jede Methode
Was ich vermeiden sollte
  • Öffentliche Bloßstellung — Scham verstärkt Trauma
  • „Reiß dich zusammen" — das Kind kann es gerade buchstäblich nicht
  • Nach Details des Traumas fragen — das ist Aufgabe von Therapeuten
  • Unerwartete körperliche Berührung — immer ankündigen
Im KLARTEXT-SystemM2-05 Trauma-Basics · M2-30 Bindungsstörungen · M2-31 Bindungstrauma Pflegekinder
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