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LK
Karte 11

Sexuelle & häusliche Gewalt erkennen

Wahrnehmen · Dokumentieren · Richtig handeln — bevor es zu spät ist.
Diese Karte ist wichtigLehrkräfte verbringen täglich Zeit mit Kindern — und sehen Signale, die andere nicht sehen. Ich muss keine Diagnose stellen. Ich muss wahrnehmen, dokumentieren und weitergeben.
Mögliche Warnsignale
  • Plötzliche Verhaltensveränderungen: Rückzug, Aggressivität, Erschöpfung ohne Erklärung
  • Altersuntypisch sexualisierte Sprache, Zeichnungen oder Spiele
  • Angst vor bestimmten Personen oder vor dem Nachhausegehen
  • Verletzungen an ungewöhnlichen Stellen oder häufige unerklärte Blessuren
  • Andeutungen die das Kind abbricht: „Bei mir zu Hause …"
  • Regression: Einnässen, Daumenlutschen, übermäßiges Klammern
  • Kein Frühstück, ungepflegte Kleidung (Vernachlässigung)
Wenn ein Kind sich mir anvertraut
1
Ruhig bleiben
Keine Erschrockenheit zeigen. Das signalisiert: Es ist richtig, dass du sprichst. Nicht unterbrechen, nicht werten.
2
Zuhören, nicht nachbohren
„Ich höre dir zu. Du hast nichts falsch gemacht." — Keine Leitfragen, die Aussagen unbrauchbar machen.
3
Sofort dokumentieren
Wörtliche Aussagen in Anführungszeichen, Datum, Uhrzeit, Kontext. Keine Interpretationen.
4
Schulleitung & Kinderschutzfachkraft
Noch am selben Tag informieren. Nicht warten. Nicht allein entscheiden. Nicht die Eltern zuerst ansprechen.
Was ich nie tun darfDem Kind versprechen: „Ich behalte das für mich." · Eltern ansprechen bevor die Schulleitung informiert ist (Täter können im Haushalt sein). · Allein handeln ohne Kinderschutzfachkraft.
Rechtlicher Rahmen§ 8a SGB VIII: Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung. Lehrkräfte sind zur Weitergabe verpflichtet — Schweigepflicht tritt zurück. Anonymisierte Beratung beim Jugendamt jederzeit möglich.
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