Ein strukturiertes Training für Schulklassen — altersgerecht, aktivierend, präventiv. Wähle die Altersstufe um die passenden Übungen zu sehen.
Manchmal streiten sich Kinder. Das ist normal. Aber Mobbing ist etwas anderes: Es passiert immer wieder, immer dasselbe Kind wird geärgert — und es kann sich nicht allein dagegen wehren.
Drei Unterschiede die helfen zu verstehen:
Karten mit Situationen vorlesen. Kinder sortieren: "Das ist ein Streit" oder "Das könnte Mobbing sein".
Mobbing ist definiert durch drei Merkmale (Olweus, 1993): Wiederholung (kein einmaliges Ereignis), Machtungleichgewicht (die betroffene Person kann sich nicht schützen), Absicht (es ist gewollt).
Mobbing ist ein Gruppenprozess — nicht nur zwischen zwei Personen. Es gibt Täter, Mitläufer, Zuschauer, Außenstehende und Verteidiger. Die Dynamik der Gruppe entscheidet ob Mobbing anhält oder stoppt.
Kleingruppen bekommen Rollenkarten (Täter, Mitläufer, Zuschauer, Verteidiger, Opfer). Sie entwickeln eine kurze Szene und diskutieren: Was hätte wer tun können?
Wenn jemand immer wieder gemein zu dir ist — das ist nicht deine Schuld. Und du musst das nicht alleine tragen. Es gibt Menschen die helfen können und wollen.
Jedes Kind malt eine Sonne und schreibt in die Strahlen: "Wer ist für mich da wenn es mir schlecht geht?" Kinder die möchten können teilen — niemand muss.
Viele Betroffene schweigen weil sie Angst haben: Angst dass es schlimmer wird, dass niemand glaubt, dass sie als Petze gelten. Aber Schweigen schützt nicht — es lässt Mobbing wachsen.
Was passiert wenn jemand redet: Erwachsene können handeln. Die Situation wird sichtbar. Das Opfer ist nicht mehr allein. Und meistens wird es besser — nicht schlimmer.
Zwei Szenarien in Partnerarbeit durchspielen: Wie erzähle ich einem Erwachsenen von Mobbing? Konkrete Sätze üben:
Alle stehen auf. Auf ein Signal rufen alle gemeinsam laut "STOPP!" — dann üben Kinder in Paaren: Eine Person macht etwas Störendes, die andere sagt Stopp. Körperhaltung: aufrecht, Blickkontakt, ruhige Stimme.
Druckvorlage "So melde ich Mobbing" ausfüllen: Wem sage ich es? Was sage ich? Kinder kleben den Zettel in ihr Heft.
Drei Szenarien auf Karten — Gruppen diskutieren: Was würde ich tun? Was hindert mich daran? Was bräuchte ich um zu handeln?
Manchmal schicken Kinder gemeine Nachrichten oder posten schlechte Fotos. Das fühlt sich genauso schlimm an wie Mobbing in der Schule — und ist genauso falsch.
Was du tun kannst:
Gemeinsam zeigen wie ein Screenshot gemacht wird (Tablet/Handy-Demo oder Tafel). Erklären warum das wichtig ist: Beweise verschwinden wenn man sie löscht oder wenn der andere sie löscht.
Cybermobbing hat Besonderheiten die es von klassischem Mobbing unterscheiden: Kein Rückzugsraum (24/7 erreichbar), schnelle Verbreitung, teilweise Anonymität der Täter, dauerhafte Spuren im Internet.
Rechtliche Dimension: Beleidigende Nachrichten, Bedrohungen und das Verbreiten von Fotos ohne Einwilligung können strafbar sein (§§ 185, 201a, 238 StGB).
Situationskarten vorlesen — Gruppe entscheidet: peinlich aber legal? Oder möglicherweise illegal?
In einer guten Klasse fühlt sich jede:r sicher. Das passiert nicht von allein — das entscheiden alle zusammen. Gemeinsame Regeln helfen dabei.
Gemeinsam 3–5 Regeln entwickeln: "In unserer Klasse..." Alle unterschreiben. Vertrag aufhängen.
Alle stehen im Kreis. Eine Person steht in der Mitte. Die anderen nennen reihum etwas das sie an dieser Person mögen. Jedes Kind kommt einmal in die Mitte.
Das Klassenklima entsteht durch das Verhalten jeder einzelnen Person — jeden Tag. Drei Faktoren die Klima verbessern: Inklusion (alle gehören dazu), Respekt (auch für Verschiedenheit), Zivilcourage (eingreifen wenn etwas nicht stimmt).
Anonyme Karten: Jede:r bewertet das aktuelle Klassenklima auf einer Skala 1–10 und nennt einen Aspekt der verbessert werden soll. Auswertung gemeinsam — ohne Schuldige zu benennen.
Kleingruppen erarbeiten je eine Regel. Plenum diskutiert, einigt sich auf 5 Regeln, alle unterschreiben. Vertrag gilt für das Schuljahr.