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M-02
Karte 34 · Erkennen · Dokumentieren · Abgrenzen

Essstörungen – Grundlagen für INGRA

Essstörungen sind keine Phase und kein Trotz. INGRA ist oft die Erste, die Veränderungen sieht — und hat klare, sichere Handlungsoptionen.
⚠️
Wichtig: INGRA stellt keine Diagnosen. INGRA erkennt Muster und gibt diese sachlich weiter. Essstörungen gehören zu den gefährlichsten psychischen Erkrankungen im Jugendalter.
Frühwarnsignale erkennen
Körperlich
  • Extreme Müdigkeit und Frieren
  • Blasse Haut, Kreislaufprobleme
  • Häufiges Hinlegen oder Sitzen
  • Konzentrationsprobleme
Verhalten
  • Essen verstecken, zerkrümeln, sortieren
  • Pausen meiden
  • Auffällige Essrituale
  • Rückzug
Was INGRA darf — und was nicht
INGRA darf
  • Beobachten und dokumentieren
  • Entlasten und strukturieren
  • Reize reduzieren
  • Brainy-Flow anwenden
  • An LK / Träger weitergeben
  • Ruhige Präsenz anbieten
INGRA darf NICHT
  • Essen kontrollieren oder erzwingen
  • Kalorien oder Gewicht kommentieren
  • Diagnosen äußern
  • Therapeutische Gespräche führen
  • Eltern direkt beraten
Traumasensible Sprache
"Ich bin da." · "Wir machen das in kleinen Schritten."
"Ich sehe, dass es dir schwerfällt."

Nie sagen: "Du musst essen." · "Du bist zu dünn." · "Das ist ungesund." · "Warum machst du das?"

🚨
Feuerwehr-Situation: Kind wirkt körperlich instabil, hat Kreislaufprobleme oder bricht zusammen → Kind hinsetzen, Wasser anbieten, Atem-Anker, sofort Lehrkraft und TK informieren. Nie Essen erzwingen.
Sichere Dokumentation
"10:15 – Kind wirkt erschöpft, legt Kopf auf Tisch. SB bietet Wasser an."
"11:40 – Kind isst in Pause nicht, wirkt angespannt. SB begleitet ruhig."

Nie: "Kind hat Essstörung." · "Kind ist magersüchtig." · "Eltern kümmern sich nicht."

Brainy
Brainy erinnert: Essstörungen sind Angst, Kontrolle und Not — kein Trotz, keine Aufmerksamkeitssuche.
🖨️ Beobachtungsbogen drucken / PDF
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