Essstörungen sind keine Phase und kein Trotz. INGRA ist oft die Erste, die Veränderungen sieht — und hat klare, sichere Handlungsoptionen.
Wichtig: INGRA stellt keine Diagnosen. INGRA erkennt Muster und gibt diese sachlich weiter. Essstörungen gehören zu den gefährlichsten psychischen Erkrankungen im Jugendalter.
Frühwarnsignale erkennen
Körperlich
- →Extreme Müdigkeit und Frieren
- →Blasse Haut, Kreislaufprobleme
- →Häufiges Hinlegen oder Sitzen
- →Konzentrationsprobleme
Verhalten
- →Essen verstecken, zerkrümeln, sortieren
- →Pausen meiden
- →Auffällige Essrituale
- →Rückzug
Was INGRA darf — und was nicht
INGRA darf
- Beobachten und dokumentieren
- Entlasten und strukturieren
- Reize reduzieren
- Brainy-Flow anwenden
- An LK / Träger weitergeben
- Ruhige Präsenz anbieten
INGRA darf NICHT
- Essen kontrollieren oder erzwingen
- Kalorien oder Gewicht kommentieren
- Diagnosen äußern
- Therapeutische Gespräche führen
- Eltern direkt beraten
Traumasensible Sprache
"Ich bin da." · "Wir machen das in kleinen Schritten."
"Ich sehe, dass es dir schwerfällt."
Nie sagen: "Du musst essen." · "Du bist zu dünn." · "Das ist ungesund." · "Warum machst du das?"
Feuerwehr-Situation: Kind wirkt körperlich instabil, hat Kreislaufprobleme oder bricht zusammen → Kind hinsetzen, Wasser anbieten, Atem-Anker, sofort Lehrkraft und TK informieren. Nie Essen erzwingen.
Sichere Dokumentation
"10:15 – Kind wirkt erschöpft, legt Kopf auf Tisch. SB bietet Wasser an."
"11:40 – Kind isst in Pause nicht, wirkt angespannt. SB begleitet ruhig."
Nie: "Kind hat Essstörung." · "Kind ist magersüchtig." · "Eltern kümmern sich nicht."
Brainy erinnert: Essstörungen sind Angst, Kontrolle und Not — kein Trotz, keine Aufmerksamkeitssuche.