Erwartungen klären · Dolmetscher · Kulturell sensibel — aus Lehrkraft-Perspektive.
Häufige Missverständnisse
Was ich wahrnehme …
- ✓Eltern kommen nicht zu Terminen
- ✓Schweigen im Gespräch
- ✓Keine Hausaufgaben-Hilfe
- ✓Ablehnung von Förderangeboten
- ✓Vater spricht, Mutter schweigt
… was es bedeuten kann
- ✗Schicht, Sprache, kein Vertrauen
- ✗Respekt, Unsicherheit, Angst
- ✗Eigene Sprachbarriere
- ✗Scham, Tabu, Unkenntnis
- ✗Kulturelle Rollenverteilung
Dolmetscher — wann und wie
- Bei wichtigen Gesprächen: professionelle Dolmetscherin — nicht das Kind, nicht Geschwister
- Schulsozialdienst kennt oft lokale Dolmetscherangebote — einmalig recherchieren
- Für kurze Infos: DeepL / Google Translate als Überbrückung — Fachbegriffe immer prüfen
Gespräch kultursensibel führen
- Begrüßungszeit einplanen — Smalltalk ist Vertrauensaufbau, kein Zeitverlust
- Augenkontakt nicht erzwingen — kann Respektlosigkeit bedeuten
- Kritik immer sachbezogen und privat — öffentliche Kritik verhindert Kooperation
- Sofortentscheidungen nicht verlangen — Familienberatung kann nötig sein
ForschungshinweisGogolin (2008): Schule kommuniziert in einem „monolingualem Habitus" — als ob Einsprachigkeit die Norm sei. Das schließt migrantische Eltern systematisch aus.