Der Joker ist kein Versagen — er ist Professionalität. Du erkennst, dass die Situation größer ist als du allein bewältigen kannst. Und du handelst.
Was ist der Joker?
Der Joker ist ein vorher vereinbartes Notfallsignal zwischen dir und der Lehrkraft. Wenn du ihn einsetzt, weiß die Lehrkraft sofort: INGRA braucht jetzt Unterstützung — ohne Erklärung, ohne Diskussion, sofort.
Er funktioniert nur, wenn er vorher besprochen wurde. Den Joker im Notfall zu erklären ist zu spät.
⚠️ Den Joker nicht zu oft einsetzen — sonst verliert er seine Wirkung. Und nicht zu selten — dann trägst du zu viel allein.
Wann setzt du den Joker ein?
- Das Kind eskaliert und du kommst allein nicht mehr an es heran
- Du selbst bist so dysreguliert dass du nicht mehr klar handeln kannst
- Es besteht Gefahr für das Kind oder andere — aber kein akuter Notfall (dann: Feuerwehr-Protokoll)
- Du brauchst eine kurze Auszeit um dich zu regulieren
- Die Situation hat sich so entwickelt dass ein Erwachsener mehr gebraucht wird
Wie vereinbart ihr den Joker?
Sprich vor dem Unterricht mit der Lehrkraft — am besten in der ersten Woche. Klärt:
Mögliche Joker-Signale
- Hand heben — einfach, unauffällig, klar
- Bestimmtes Wort — z.B. "Ich brauche kurz Hilfe" — direkt und eindeutig
- Zettel auf den Tisch legen — wenn Worte gerade nicht gehen
- Blickkontakt + bestimmte Geste — nur ihr beiden kennt die Bedeutung
✅ Das beste Signal ist das, das ihr beide problemlos im Unterrichtsalltag erkennt — ohne dass die Klasse es bemerkt.
Nach dem Joker — was dann?
- TK informieren — noch am selben Tag, kurze Nachricht reicht
- Situation dokumentieren — Datum, Auslöser, was passiert ist, was geholfen hat
- Reflexion: War der Joker-Einsatz richtig? Was würde ich beim nächsten Mal früher tun?
- Wenn der Joker regelmäßig nötig ist: Gespräch mit TK suchen — etwas in der Struktur muss sich ändern
Brainy erinnert: Den Joker einzusetzen ist keine Schwäche. Es ist Professionalität. Wer weiß, wann er Hilfe braucht, schützt sich — und das Kind.