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FEUERWEHR · FK-08

Meltdown

Totaler neurologischer Kontrollverlust — kein Wutanfall, kein Theater

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Wichtig: Ein Meltdown ist KEIN Wutanfall und KEIN manipulatives Verhalten. Das Gehirn ist in einem echten neurologischen Notstand — das Kind kann nicht anders. Bestrafung, Erklärungen oder Forderungen in diesem Moment sind wirkungslos und schaden.
Was ist ein Meltdown?
  • Totaler Kontrollverlust durch sensorische oder emotionale Überlastung — häufig bei Autismus, aber nicht nur
  • Das Nervensystem ist vollständig überwältigt — kein "Können" mehr möglich
  • Kann sich zeigen als: Schreien, Weinen, Zittern, Schlagen, Beißen, Zusammenbrechen, Erstarren
  • Unterschied zu Wutanfall: kein Ziel, keine Kontrolle, keine Publikum-Orientierung
  • Dauer: Minuten bis Stunden — lässt sich nicht abkürzen, nur begleiten
Sofort — in den ersten 60 Sekunden
1
Sicherheit herstellen — andere Kinder aus dem Bereich bringen, gefährliche Gegenstände entfernen
2
Reize reduzieren — Licht dimmen, Lärm minimieren, Menschenmenge auflösen
3
Abstand geben — nicht anfassen, nicht festhalten (außer bei akuter Verletzungsgefahr)
4
Ruhig bleiben — eigene Regulation zuerst. Dein Nervensystem reguliert das Kind mit
Während des Meltdowns
  • Niedrige ruhige Stimme — maximal 3–4 Worte: "Ich bin da." — "Du bist sicher."
  • Keine Fragen, keine Erklärungen, keine Konsequenzen ankündigen
  • Wenn das Kind sich selbst berührt/schaukelt — nicht stoppen, das ist Selbstregulation
  • Bei Fluchtversuch: ruhig begleiten, nicht aufhalten — außer Gefahr
  • Lehrkraft informieren: kurzes Signal reicht — "Meltdown, brauche Zeit"
🚫 Nie: anfassen ohne Erlaubnis · erklären · bestrafen · "Beruhig dich" sagen · Blickkontakt erzwingen · in der Situation Konsequenzen ankündigen
Nach dem Meltdown — Recovery-Phase
  • Das Kind ist erschöpft — physisch und emotional. Das ist normal.
  • Stille und Rückzug ermöglichen — kein direkter Wiedereinstieg in den Unterricht
  • Kein Nachbesprechen in den ersten 30–60 Minuten
  • Wenn das Kind von sich aus Kontakt sucht: kurz, warm, ohne Bewertung
  • Dokumentieren: Auslöser, Dauer, Verlauf, was geholfen hat
  • TK informieren — noch am selben Tag
⚠️ Die Recovery-Phase kann länger dauern als der Meltdown selbst. Kein Druck — das Kind entscheidet wann es wieder kann.
Prävention — Auslöser kennen
  • Sensorische Überlastung: Lärm, Licht, Gerüche, Berührungen, Temperaturen
  • Routinebrüche: Stundenplanänderung, Vertretung, anderer Raum
  • Soziale Überforderung: zu viele Menschen, unklare Erwartungen
  • Erschöpfung: schlechter Schlaf, Hunger, Krankheit
  • Auslöserprofil des Kindes kennen und mit TK besprechen
Brainy
Brainy erinnert: Ein Meltdown ist kein Versagen des Kindes — und kein Versagen von INGRA. Es ist ein Nervensystem das seine Grenze erreicht hat. Deine Aufgabe: sicher halten und warten.
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